Kreative Zerstörung
"Kreative Zerstörung" Theodor W. Adornos musikphilosophisches Vermächtnis
Günter Seubold
ISBN 3-935404-16-6 184 Seiten broschiert
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Die Geschichte der modernen Musik ist die Geschichte einer Zerstörung: Durch fortschreitende Ausgrenzung traditioneller Ausdruckscharaktere beraubt sich die Musik ihres Sinnes. Ästhetische Harmlosigkeit und gesell-schaftliche Isolierung sind die Folgen, mit denen sich die post-modernen Komponisten nicht abfinden wollen. Doch mit dem Griff in den Fundus traditioneller Ausdrucksmomente betreiben auch sie eine Zerstörung: die der Dynamik und des ästhetischen Eigensinns der geschichtlichen Entwicklung.
Die Schlichtung dieser Antinomie zwischen Fortschritt und Tradition hält Adornos Musikphilosophie in Atem. Obgleich er darin mit seinem Programm „Vers une musique informelle“ scheitert, legt er in seiner Alban-Berg-Interpretation erfolgversprechende Spuren. Ihnen geht Günter Seubold in seiner Studie nach: Die Antinomie ist zu lösen nur dann, wenn Zerstörung nicht durch Ausschluß geschieht, sondern als Strukturmoment in die Komposition integriert wird. Zerstörung ist dann nicht mehr nur Sinnverlust, sondern ebenso Sinnfindung: kreative Zerstörung.
Dieses ästhetische Konzept hat in offenen Gesellschaften Modellcharakter auch für den Umgang mit psychischen und sozialen Problemen.
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