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Destruktionen der Kultur

"Destruktionen der Kultur"
Philosophischer Versuch ĂŒber Kulturheuchler, KulturflĂŒchter und Kulturfolger

GĂŒnter Seubold

ISBN 978-3-935404-30-3
168 Seiten broschiert (2. Auflage)

zum Einzelpreis von 22.90 €

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Destruktionen der Kultur
Unsere Kultur verĂ€ndert sich derzeit grundlegend. Ob es um Sprache, Bildung oder Stammzellen, um Emanzipation, SexualitĂ€t oder die neuen Körperideale geht: ĂŒberall agiert man mit der Einstellung ‚Wir können alles‘. Durch diesen Willen zum Machen verliert die Kultur die Bodenhaftung und den Sinn fĂŒr das Notwendige. Sie destruiert sich selbst, am augenfĂ€lligsten erkennbar an der Geburtenrate. Statt dieser bloß vernichtenden Destruktion ist heute eine produktive Destruktion gefordert: Sie richtet sich gegen den Machbarkeitswahn und ermöglicht einen angemesseneren Selbst- und Weltbezug.
Das Buch gibt eine PhĂ€nomenologie und Kritik der gegenwĂ€rtigen Kultur, thematisiert KontinuitĂ€t und DiskontinuitĂ€t der heutigen mit der traditionellen Kultur und plĂ€diert fĂŒr ein bewußt generativ-destruktives Kulturgeschehen.



Eine sorgsam abgesicherte Diagnose. 
engagement. Zeitschrift fĂŒr Erziehung und Schule, Heft 3, 2008

Ebenso anschaulich wie provokativ [...] kein kulturpessimistisches Buch [...]. Der Philosoph GĂŒnter Seubold plĂ€diert fĂŒr die Suche nach besseren Möglichkeiten des Zusammenlebens. Und er sieht Chancen, dass es gelingt, die drohende Kulturkatastrophe abzuwenden. Voraussetzung sei, das Destruktive in seiner Ambivalenz zu erkennen: nicht nur als zerstörerisch im negativen Sinne, sondern als Prozess, der – verstanden als produktive Destruktion – das Humane der abendlĂ€ndischen Tradition hervorkehren kann. 
Das Gymnasium in Bayern, Zeitschrift des Bayerischen Philologenverbandes, Dez. 2006

Auf die von Seubold eindrucksvoll dargestellten Einzelaspekte unserer alles verstĂ€rkenden, beschleunigenden, sexualisierenden, biologisierenden, banalisierenden und auf OberflĂ€chliches reduzierenden Kultur möchte und kann ich hier nicht thematisch eingehen. Statt dessen möchte ich mich auf zwei bemerkenswerte Momente seiner Darstellung beschrĂ€nken. ZunĂ€chst ist da die Geschwindigkeit, die eines der zentralen Elemente unserer Kultur ist. Seubold macht seiner Darstellung diese Geschwindigkeit zu eigen. Bisweilen entsteht der Eindruck, man habe es nicht mit einem philosophischen Buch, sondern mit einem Videoclip zu tun. Aber nur so ist es möglich, diesen Gegenstand in der ihm eigenen Geschwindigkeit aus den schnellen Massenmedien in das viel langsamere Medium des Buches zu ĂŒbertragen. Dennoch erliegt der Text hierbei nicht der Gefahr, auf das Niveau eines Videoclips zu sinken. Seubold schafft dies, indem er bestĂ€ndig eine ironische Distanz zu seinem Gegenstand wahrt. Je absurder das von ihm vorgestellte Geschehen ist, desto mehr erhĂ€lt der Leser den Eindruck, daß es im doppelten Sinne vorgefĂŒhrt wird, nĂ€mlich zum einen unterhaltsam prĂ€sentiert und zum anderen in seiner AbsurditĂ€t entlarvt. Zudem zeigt sich der Autor als ein Ă€ußerst informierter Zeitgenosse. Er geht da, wo unsere Videoclip-Kultur lĂ€ngst zum nĂ€chsten Thema umschalten wĂŒrde, ins Detail, nimmt das Tempo heraus und erzeugt Aufmerksamkeit fĂŒr leicht zu Übersehendes. 
Marco Bormann, Philosophischer Literaturanzeiger 59 (2006), S. 246–248

Heilsame Demontage. GĂŒnter Seubold ĂŒbt geistvoll Kritik am herrschenden KulturverstĂ€ndnis. [...] Bisweilen schonungslos offen, dabei aber zu keinem Zeitpunkt unsachlich oder argumentativer Nachvollziehbarkeit entzogen, zeichnet GĂŒnter Seubold ein erschreckend lebensechtes PortrĂ€t unserer gegenwĂ€rtigen Kultur. Das Moment des VerstĂ€rkens, der Aspekt der Förderung, das Sexuelle, das PhĂ€nomen der Biologisierung, das Moment des Imperialen, der Spaßfaktor, der Gedanke der Emanzipation, der Aspekt des Reformierens, das Moment der Beschleunigung und schließlich die Charakteristik OberflĂ€chlichkeit bilden die zehn Objektive, durch die der Autor einen Blick wirft auf die Kultur. Zum Vorschein kommen so Ansichten, die ernĂŒchtern und wachrĂŒtteln.
Dass unsere Kultur das VerstĂ€rkungsmoment so weit auf die Spitze getrieben hat, dass das VerstĂ€rken lĂ€ngst zur Bedingung der Möglichkeit jeglichen Seins geworden ist, unsere Wahrnehmung konditioniert und unser Bewusstsein geradezu formatiert hat, realisiert man so ohne weiteres nicht. Gleichwohl trifft die Diagnose zu. Dass der grenzenlos zwangfreie, enttabuisierte Umgang mit SexualitĂ€t das Sexuelle zerstört und individuelles Empfinden ‚in die ReagibilitĂ€t lebendiger Maschinen‘ transformiert, ist eine ebenso nĂŒchterne wie realitĂ€tsnahe Feststellung. Dass eine funktionierende Spaßkultur im Grunde auf die UnfĂ€higkeit baut, Spaß an einer Sache zu haben, ahnte man vielleicht schon lĂ€nger. Erst beim Lesen der Seuboldschen AusfĂŒhrungen wird aber allmĂ€hlich klar, welche Konsequenzen dies zeitigt. [
] Ein gelungener ‚philosophischer Versuch ĂŒber Kulturheuchler, KulturflĂŒchter und Kulturfolger’, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
 
Anne MĂŒller-Ruckwitt, Rheinischer Merkur

interessant und fĂŒr jedermann lesbar, ein im besten Sinne popularphilosophisches Werk 
Neue Presse Coburg vom 18.3.2006

fĂŒr jeden, der einen tieferen Einblick in die Gegenwart bekommen will 
Obermain-Tagblatt vom 20.3.2006

fĂŒr jedermann, der nicht vom Fernsehen berieselt werden will. 
FrÀnkischer Tag vom 23.3.2006

. . . eine bedenkenswerte Vorlage zur Diskussion ĂŒber den gegenwĂ€rtigen Stand der Kultur, eine Vorlage, die zu lesen sich unbedingt lohnt. 
Dresdner Kulturmagazin

Ein Buch, das tief in unsere Begriffs- und Lebensbeliebigkeit eingreift. Dieser philosophische Versuch ĂŒber Kulturheuchler, KulturflĂŒchter und Kulturfolger liest sich angenehm leicht – trotz atemberaubender Aufdeckungen und unerwarteter Einsichten. Die Gegenwart, wie sie in diesem Buch portrĂ€tiert wird, ist in ihrer Verlogen- und Verlorenheit unertrĂ€glich. Doch obschon Seubold in die Wunden sticht, an denen die Kultursysteme kranken, sind seine analytischen Bloßstellungen verblĂŒffenderweise heilend, da sie zugleich unbequeme Alternativen aufzeigen. Ein Buch fĂŒr jeden „Kulturschaffenden“ und fĂŒr jeden Politiker, der ernst genommen werden will. 
Hans-Peter Jahn, SWR

Trotz pointiert aufgedeckter Krisensymptome ermĂŒdet Seubold sein Publikum nicht mit Alarm-Rhetorik. Er zeigt nicht nur auf, wie wir besser in und mit der Gegenwartskultur leben; er zeichnet auch die Umrisse einer neuen, erwachsenen Kulturphilosophie. 
MUT. Forum fĂŒr Kultur, Politik und Geschichte

Ein erschreckend lebensechtes PortrĂ€t unserer gegenwĂ€rtigen Kultur, Ansichten, die ernĂŒchtern und wachrĂŒtteln. Letztlich aber ein mit Verve vorgetragenes, sachlich ĂŒberzeugendes und stilistisch einnehmendes PlĂ€doyer fĂŒr Kultur! 
Anne MĂŒller-Ruckwitt , Domradio Köln

Im Zentrum von GĂŒnter Seubolds kulturphilosophisch kritischem Essay steht die Intuition, dass die gegenwĂ€rtige Kultur kritikwĂŒrdig ist – im bekannt doppelten Sinn: dass etwas im Argen liegt, das Unterscheidung erfordert, dass die Sache es aber zugleich wert ist, sich kritisch dafĂŒr zu engagieren. [...] Der Autor versucht, gegen die negative Destruktion, wie sie die beschriebenen Dialektiken auszeichnet, eine positiv-generative Destruktion zu setzen; in den Zersetzungsprozessen, so der Gedanke, ist die Möglichkeit zu Neuem zu entdecken.
Seubolds tour d’horizon ist essayistisch und gelehrt zugleich angelegt. Die zeitdiagnostischen Überlegungen sind frei von jeder naiven Unbeschwertheit; in den vielen zusammengetragenen Beispielen, Belegen und Beobachtungen tut sich das Herz der Finsternis auf, ergĂ€nzt von prononcierten Thesen und Wertungen.
 
Polylog 24 (2010), S. 127



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